Hallo Zusammen
Ich plane für unser kleines Theater die Anschaffung neuer LED-Scheinwerfer, dabei bin ich auf verschiedene Eigenschaften gestossen:
Die meisten Scheinwerfer haben einen DMX-Anschluss, wofür wird dieser verwendet?
Hallo Erwin
DMX ist ein digitales Datenaustauschformat, es ist eigentlich schon sehr alt und stammt aus dem seriellen Protokoll RS485
welches in der Industrie benutzt wird.
Es wird auch im Theater schon ziemlich lange eingesetzt, nicht erst seit wir LED Scheinwerfer benutzen.
Mit DMX teilen wir dem Scheinwerfer im einfachsten Fall nun direkt, mit welcher intensität er leuchten soll.
Früher waren die Scheinwerfer an einem Lastdimmer angeschlossen und haben viel Strom verbraucht, an diesen Dimmer
haben wird dann (vor sehr langer Zeit) ein Analoges Signal zwischen 0V und 10V gesendet und ihm so mitgeteilt
in welcher Intensität ein Halogenscheinwerfer leuchten soll.
Seit ca. 20 Jahren nutzen wir dazu das neue DMX Steuersignal, ein analoges Signal findet man heute kaum noch...
Auf diese Weise wurde (einfach erklärt), der Strom einer Lampe durch den Dimmer begrenzt und die Helligkeit geändert.
Mit den neuen LED wird das nun besser, weil sie viel weniger Strom für die gleiche Leistung benötigen.
Man kann nun mehrere LED-Scheinwerfer an einer einzelnen Steckdose anschliessen und darf sie nicht mehr an einen
Dimmer anschliessen. Das vereinfacht die Installation erheblich und reduziert die Installationskosten bei einer Erweiterung
des Theaters mit zusätzlichen / neuen Scheinwerfern.
Da die LED nun konstant Strom erhalten und im Strom keine Information erhalten ist welche Helligkeit und welche Farbe
man benutzen will, benötigt man nun eine Datenleitung direkt zum Scheinwerfer, welche diese Informationen überträgt.
#Das ist die DMX Steuerleitung#
Du musst also zu jedem neuen Scheinwerfer der so einen DMX-Anschluss hat eine DMX-Leitung ziehen.
Das gute daran ist, dass es ein serielles Protokoll ist, man schlauft das Signal einfach von einem Scheinwerfer zum nächsten weiter,
darum haben die Scheinwerfer zwei Stecker, einen DMX-IN und einen DMX-OUT.
In der Praxis achtet man jedoch darauf dass man nicht zu viele Scheinwerfer in einer DMX-Kette verkabelt, weil je nach
Scheinwerfertyp (und besonders die billigen Varianten) gerne mal Störungen in die Leitung senden und hier beisst sich dann die Katze
sprichwörtlich in den Schwanz und es passieren ganz wundersame und unkontrollierbare Dinge.
Mehrere Universe und/oder Splitter
Teure Markensteuerpulte haben mehrere Universe.
Ein Universe hat 512 Adressen und könnte theoretisch 512 Halogen-Lampen an einem Dimmer steuern.
Ein moderner LED Theaterscheinwerfer mit Kalt und Warmlicht nutzt 3-7 Kanäle, bei 7 Kanälen könntest Du nun locker
73 neue LED Theaterscheinwerfer ansteuern.
Ein Moving Head nutzt schnell mal 32 Kanäle und mehr und nun bleiben bei 512 Kanälen nur noch 16 Moving Heads übrig.
Darum, und um die Datenleitungen und den Verlust im Kupferkabel und Störfaktor bei jeder Kupplung zu reduzieren,
nutzen die teureren grossen Steuerpulte zwei bis 4 Universe...
Im Kleintheater mit Steuerpulten von Zero88, Chamsys, ETC, LSC, (um hier die wichtigsten zu nennen), stehen in der Regel
dann nur ein bis zwei Universe zur Verfügung. Da empfiehlt sich ein Splitter.
Mit einem Splitter kann man eine sternförmige Verteilung machen, man schraubt ihn im Zentrum der Lampen an die Traverse
und verteilt von dort die zwei bis 4 DMX-Leitungen auf verschiedene Scheinwerfergruppen.
Wichtig dabei ist auch die galvanische Trennung, so kann sich eine Störsignal eines "hustenden" China-Wacklers nicht auf die
übrigen Schweinwerfer in der Signalkette verteilen.
Da ich sehr oft in fremden Theaterhäusern unterwegs bin und nie genau weiss was mich erwartet, habe ich immer einige Splitter dabei.
